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Ein kleiner Erfahrungsbericht
von Renate und Peter Dörre zum Besuch ihres Patenkindes in Deutschland:
Nachdem meine Frau und ich uns gegen die Reise
nach Namibia entschieden hatten, stellte sich jetzt für uns die Frage, wie erklären
wir unserem Patenkind Ingeborg, dass wir nicht kommen werden.
Dazu sollte man wissen, Inky hatte schon beim
vorherigen Besuch der Pateneltern des Sonnenkinderprojektes in Namibia auf uns
gewartet und dicke Krokodilstränen vergossen!!
So kam uns, zusammen mit Herrn Rohlfing, die
Idee, unsere Inky nach Deutschland einzuladen. Wir haben uns daraufhin mit der
Schule, insbesondere mit Frau Kühlwetter in Verbindung gesetzt, um zu klären,
ob unsere Idee überhaupt realisierbar wäre.
Am 19.12.2005 kam dann der ersehnte Brief aus
Swakopmund.
Frau Kühlwetter berichtete uns von ihrem
Besuch bei der Mutter von Ingeborg. Frau Seibes freue sich riesig, war zu lesen,
und das es doch eine tolle Sache für ihre Tochter sei, einmal Deutschland und
somit ihre Pateneltern besuchen und kennenlernen zu dürfen.
Nun würde sich weiterhin Frau Kühlwetter um
die Formalitäten, wie Pass, Flugticket, Visum u.s.w. kümmern. In den nächsten
Wochen folgte ein reger Schriftverkehr zwischen Swakopmund und Petershagen.
Unter anderem musste nun geklärt werden, wie kommt Inky von Frankfurt zu uns,
dann mussten wir für das Visum Einladungen in deutscher sowie in englischer
Sprache an die Mutter von Inky richten. Dieser Einladung musste unter anderem
entnommen werden können, dass wir alle anfallenden Kosten des Aufenthaltes übernehmen
werden.
Eine Krankenversicherung wurde bereits in
Namibia mit dem Ticket abgeschlossen. Die Einladung in Deutsch wurde z.B. für
die "Deutsche Botschaft" in Windhoek benötigt. Die Kosten konnten wir
über das Konto des Sonnenkinderprojektes abwickeln.
Als nun endlich alle Formalitäten erledigt
waren, fieberten wir Inky's Ankunft entgegen. Je näher der Tag heranrückte,
umso größer wurden die Vorfreude, aber auch die Zweifel, ob wir denn auch
alles richtig gemacht hatten.
Ein Kind aus einer anderen Kultur in unsere
mitteleuropäische Welt zu holen, birgt auch immer gewisse Gefahren.
Wird sie vielleicht von den vielen Eindrücken
erschlagen, wie verhält sich dieses Kind uns gegenüber, was isst sie gern, wie
spricht sie mit uns, friert sie??
Jetzt nach einigen Wochen, Inky ist leider
schon lange wieder in ihrer Heimat, denken wir mit viel Freude und viel Lächeln
im Gesicht an begeisternde 30 Tage mit unserer Inky. Wir sind dankbar, dass wir
eine so schöne Zeit mit unserem Patenkind verbringen durften.
Inky ist ein aufgewecktes, lustiges,
neugieriges und voller Tatendrang steckendes Mädchen. Sie ist mit ihren 13
Jahren mit einer 10-jährigen Schülerin aus Deutschland vergleichbar.
Traumwandlerisch sicher ist sie mit Mikrowelle,
E-Herd oder Fernseher umgegangen. Auch mit der Ernährung gab es keinerlei
Probleme. Wir haben Inky unsere Speisen angeboten, aber nicht aufgezwungen. Ihre
Leibspeisen waren Bratwurst, Fleisch in jeder Form, Pizza, Joghurt und Bratensoße.
Für Gemüse und Salat, wie wir ihn hier anrichten, war sie nicht zu begeistern.
Viel Freude hat es ihr bereitet, wenn
ordentlich Trubel bei uns herrschte. Geburtstagsfeste, Grillabende mit der
ganzen Familie (incl. 2 Hunde u. 1 Katze) und die Feier zu unserem 30.
Hochzeitstag hat sie geliebt.
Bei Ausflügen in die nähere Umgebung z.B.
Porta-Denkmal, Steinhuder Meer, Schloß Bückeburg, Bauernhof unseres
Bruders/Schwagers oder Zoo in Münster, verhielt sich Inky äußerst ruhig und
konzentriert. Auf den jeweiligen Rückfahrten war sie dann derart müde und
geschafft, dass sie uns jedes Mal auf der Rückbank eingeschlafen ist. 2 bis 3
Stunden Erholung waren nun angesagt.
In der dritten Woche ihres Aufenthaltes kam
dann das fast Unvermeidliche! Sie fragte, ob sie nicht hier bei uns in
Deutschland bleiben könnte. Das wäre ihr größter Geburtstagswunsch. Wir
haben ihr dann in aller Ruhe erklärt, das wir doch ihre Pateneltern sind und
ihre Mutter, ihre Schwester und Großeltern doch sehr auf sie warten würden und
aus den Telefonaten erkennbar war, dass sie bereits stark vermisst würde.
Sie dürfe uns aber zu jeder Zeit immer wieder
besuchen. (Und sie wird uns auch sicher bald wieder besuchen!)
Zum Ende der Ferien wurden dann Geschenke für
alle Familienmitglieder gekauft und hübsch verpackt.
Dann kam, viel zu schnell, der bittere Tag des
Abschiednehmens. Auf dem Flughafen in Frankfurt haben wir um eine Flugbegleitung
für unsere Inky gebeten. Unserem Wunsch konnte ohne Schwierigkeiten und
Aufpreis entsprochen werden.
Auch wir sind außerordentlich nett und
freundlich betreut worden, zumal die Maschine wegen eines heftigen Gewitters
auch noch Verspätung hatte. Wir wurden im Gegenzug gebeten, so lange zu warten,
bis sich das Flugzeug in der Luft befände.
Der Abschied von unserer Inky ist uns sehr
schwer gefallen. Wir haben uns versprochen, dass wir uns bald wiedersehen!
Eines steht ganz sicher fest: Wir hatten eine
wunderschöne, abwechslungsreiche Zeit mit Inky, wobei wir keine Minute missen möchten.
Wir möchten auch hiermit viele andere Pateneltern zu diesem Schritt ermutigen.
Dieses " ERLEBNIS " wird
unsere gesamte Familie nie vergessen
Unser besonderes Dankeschön gilt Frau und
Herrn Kühlwetter, Frau Laube und Herrn Rohlfing, die uns bei diesem
"Abenteuer" intensiv unterstützt
und ermutigt haben.
Renate und Peter Dörre
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